Allgemeines zu sportmedizinischen Leistungen in Arztpraxen


Sportmedizinische Leistungen dürfen von gesetzlichen Krankenkassen nicht erstattet werden. Der Arzt darf sie nicht zu Lasten der Krankenkassen abrechnen. Ich bitte daher um Verständnis, dass auch in meiner Praxis alle sportmedizinischen Leistungen als Privatleistungen gem. staatlicher Gebührenordnung (GOÄ) berechnet werden müssen. Für sportmedizinische Untersuchungen sollte ein Termin vereinbart werden.


"Sport ist Mord"
- aber nicht bei guter Vorbereitung.

Leistungsdiagnostik

Nicht nur Kaderathleten sollten sich einer umfangreichen Leistungsdiagnostik unterziehen. Auch für jeden ambitionierten Hobbysportler ist eine fundierte Leistungsdiagnostik dringend anzuraten. Besonders im Hobby-Sport werden teilweise gravierende Fehler im Trainingsprogramm entdeckt.


Am Anfang steht die Untersuchung

Zur Basis-Untersuchung gehört dringend die sportärztliche Gesundheitsuntersuchung inklusive großem Laborstatus und Ruhe-EKG.

Weitere Untersuchungen werden – nach Sportart – angeboten:
Belastungs – EKG (Liegeergometrie)
Computergesteuerte Spiro-Ergometrie (große Herz-Lungen-Belastungsuntersuchung)
Milchsäuremessung (Laktatbestimmung) unter Belastung
Lungenfunktionsmessungen
Spezielle Lungen- und Kreislaufmessungen für Tauchsportler

Wann sollte untersucht werden?

Bei Aufnahme- bzw. Wiederaufnahme des Trainings

Vor der Wettkampfphase

Nach Infektionskrankheiten

Stichwort Pulsfrequenz / Herzfrequenzbereiche

In vielen Trainingsbüchern und –artikeln wird als Faustregel für den Maximalpuls die Formel 220 Minus Lebensalter angegeben. Hierbei handelt es sich jedoch nur um eine Faustformel.

Die maximale Herzfrequenz und der Anstieg im Verlauf der Belastung ist bei jedem Sportler – unabhängig vom Leistungsstand- eine individuelle Größe, so wie einer große oder kleine Füße hat.

Sportler, die ihr Training über den Puls z.B. mit einem Pulstester steuern und kontrollieren wollen, sollten ihren Maximalpuls und den Verlauf der Herzfrequenz am besten kombiniert mit dem Anstieg der Laktatkonzentration in einem Leistungstest feststellen lassen. Nur so können gesundheitsgefährdende Überforderungen und frustrierende Unterforderungen vermieden werden.

Stichwort Laktat-Test

Ein wichtiges Instrument zur Einschätzung der individuellen Leistungsfähigkeit und Trainingsoptimierung ist der Laktat-Test.

Die Bestimmung erfolgt sehr einfach : unter einer bestimmten Belastung bei der Ergometrie oder in Kombination mit der Spiro-Ergometrie erfolgt eine Blutentnahme aus dem Ohrläppchen.

Unter ansteigender Belastung entsteht Laktat als Endprodukt des anaeroben Stoffwechsels, wenn also Lunge und Kreislauf nicht mehr genügend Sauerstoff an den Muskel herantransportieren können. Die Muskulatur übersäuert-die Leistungsfäfigkeit nimmt ab. Der Sportler hat keinen Trainingseffekt mehr.

Durch Laktat-Bestimmungen wird diejenige Belastungsintensität bestimmt, die Voraussetzung für optimales Training ist.

Stichwort Spiro-Ergometrie

Bei dieser aufwendigen, computergestützten Herz-Lungen-Untersuchung unter Belastung werden zusätzlich zu den bekannten Untersuchungsbedingungen bei der Ergometrie (Belastungs-EKG) mittels einer Maske die Atemgase analysiert. Ermittelt werden dadurch u. a. die Sauerstoffaufnahme der jeweiligen Belastungsstufe, das Atemminutenvolumen (Sauerstoffzufuhr/Minute), die Kohlendioxydabgabe, die maximale Sauerstoffaufnahme und der sogenannte Sauerstoffpuls (Sauerstoffzufuhr bei bestimmtem Pulswert). Ermittelt wird die aerob-anaerobe Schwelle (ANS). Dieser Wert bezeichnet den Punkt, ab dem bei einer ansteigenden Belastung der Körper seine Energie vorwiegend unter einem Mangel an Sauerstoff gewinnen muß.
Vorteile: Mit Hilfe der Spiro-Ergometrie kann die ANS präziser und individueller ermittelt werden. Außerdem hat man mit der maximalen Sauerstoffaufnahme bei wiederholten Tests einen weiteren zuverlässigen Indikator für die Leistungssteigerung durch das Training.
Nachteile: Die Spiro-Ergometrie ist wegen der hohen Investitionen für Technik und wegen des Zeitaufwandes deutlich teurer.


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© 2000 Dr. med. Wolfgang Quehl - Holomedia
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